Was ist Tantra? – der Ursprung

Tantra wird ja heutzutage vieles angedichtet, es gibt unzählige Interpretationen und so lebendig wie der Mensch selbst ist, so lebendig ist das Tantra. So wie wir hat sich auch das Tantra weiterentwickelt. Denn Tantra ist Leben. 

Hier möchte ich dir nun einen kleinen Einblick über den Ursprung von Tantra geben. Was Tantra für dich bedeutet und wie du es lebst kann trotzdem so individuell sein wie du selbst. 

Tantra ist eine spirituelle Tradition, die sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus zu finden ist und die auch andere asiatische Glaubenssysteme beeinflusst hat. Sowohl für die hinduistische als auch für die buddhistische Form lässt sich Tantrismus am besten mit den Worten von Teun Goudriaan definieren, der das Tantra als

systematische Suche nach Erlösung oder spiritueller Exzellenz durch Verwirklichung und Förderung des Göttlichen im eigenen Körper ist, einer gleichzeitigen Vereinigung der beiden anstrebt

Dabei wird männlich-weiblich spirituell mit einbezogen und hat das ultimative Ziel den -„ursprünglichen glückseligen Zustand der Nicht-Dualität“ – zu verwirklichen.

Das Tantra ist einer der am meisten vernachlässigten Zweige der indischen Geisteswissenschaften, trotz der beträchtlichen Anzahl von Texten, die sich dieser Praxis widmen und auf das 5.-9. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen.

Viele Menschen halten Tantra immer noch für obszön und ungeeignet für Menschen mit gutem Geschmack. Es wird auch oft beschuldigt, eine Art schwarze Magie zu sein. Tantra ist jedoch in Wirklichkeit eine der wichtigsten indischen Traditionen und repräsentiert den praktischen Aspekt der vedischen Tradition.

Die religiöse Haltung der Tantriker ist im Wesentlichen dieselbe wie die der vedischen Anhänger, und es wird angenommen, dass die Tantra-Tradition ein Teil des vedischen Hauptstamms ist. Die stärkeren Aspekte der vedischen Religion wurden in den Tantras fortgesetzt und weiterentwickelt. Im Allgemeinen verehren hinduistische Tantriker entweder Göttin Shakti oder Lord Shiva.

Die Bedeutung des Wortes Tantra

Das Wort Tantra leitet sich aus zwei Wörtern ab, Tattva und Mantra. Tattva bedeutet die Wissenschaft der kosmischen Prinzipien, während sich Mantra auf die Wissenschaft des mystischen Klangs und der Schwingungen bezieht. Tantra ist daher die Anwendung der kosmischen Wissenschaften mit dem Ziel, spirituellen Aufstieg zu erlangen.

In einem anderen Sinne bedeutet Tantra auch die Schriftstelle, durch die das Licht des Wissens verbreitet wird:

Tanyate Vistaryate Jnanam Anemna Iti Tantram.

Es gibt im Wesentlichen zwei Schulen der indischen Schriften – Agama und Nigama. Agamas sind diejenigen, die Offenbarungen sind, während Nigama die Traditionen sind. Tantra ist eine Agama und wird daher „sruti-shakha-visesah“ genannt, was bedeutet, dass es ein Zweig der Veden ist. Die stärksten Aspekte der vedischen Traditionen entwickelten sich als esoterisches Wissenssystem in den Tantras. Der Atharva Veda gilt als eine der wichtigsten tantrischen Schriften.

In tantrischen Schriften sind die wichtigsten verehrten Gottheiten Shiva und Shakti. 

Typen und Terminologie

Es gibt 18 „Agamas“, die auch als Shiva-Tantras bezeichnet werden und rituellen Charakter haben. Es gibt drei unterschiedliche tantrische Traditionen – Dakshina, Vama und Madhyama. Sie repräsentieren die drei Shaktis oder Kräfte von Shiva und sind durch die drei Gunas oder Eigenschaften gekennzeichnet – Sattva, Rajas und Tamas. Die Dakshina-Tradition, die vom Sattva-Zweig des Tantra geprägt ist, hat im Wesentlichen einen guten Zweck. Das von Rajas geprägte Madhyama ist gemischter Natur, während das von Tamas geprägte Vama die unreinste Form des Tantra ist.

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