Durch die Angst und durch die Starre – Corona als Chance

… Lebende Systeme passen sich an, indem sie sich selbst transformieren, und so geschieht Lernen.

Joanna Macy from World as Lover, World as Self

Die aktuelle Lage in der wir uns befinden wird gerade viel diskutiert und auseinander genommen. Man hört nichts anderes mehr außer Corona hier und Virus dort. Die Angst regiert und baut sich andauernd im kollektiven Bewusstsein und Unterbewusstsein auf. 

Ich möchte den heutigen Neumond nutzen um einen neuen Impuls zu setzen, für mich selbst und um dich auf etwas hinzuweisen was dir vielleicht helfen könnte deinen Weg durch diese Zeiten der äußerlichen Beschränkungen zu finden. Mit jedem Neumond haben wir die Möglichkeit uns gezielt und effektiv neu ausrichten zu können. Wir haben die volle Unterstützung des neuen Zyklus um wirklich etwas zu bewegen. 

Manchmal ist es im Leben von Vorteil den Adlerblick anzuwenden, das heißt, sich bewusst von den Geschehnissen zu distanzieren um sich einen Überblick über etwas zu verschaffen. Dieser Blick hilft uns das Wesentliche zu erkennen, er holt uns aus den eigenen Emotionen heraus und befähigt uns, kühl und klar auf eine Situation zu reagieren oder sie einzuschätzen. Ich wende diesen Blick sehr gern an, denn er hat mir schon sehr oft geholfen herauszufinden wo ich lang gehen möchte. 

Momentan ist das was ich sehe, Angst.

Wir sind durch die Corona Geschichte als Menschen auf dieser Erde aus unserem normalen Leben heraus geschmissen worden und befinden uns nun in einer Art offenem Feld. (Vielleicht haben wir das unterbewusst auch selbst herbeigeführt aber das ist ein anderes Thema) Plötzlich ist nichts mehr wie es war und wir sind auf uns selbst zurückgeworfen worden. Da kaum noch etwas so ist wie es war entsteht in den meisten Menschen Angst. Die Situation ist neu und unbekannt und was der Verstand nicht kennt empfindet er erst einmal als Bedrohung.

Was hier gerade passiert (ich schreibe „passiert“ bewusste, weil ich weiß das dies hier nicht der letztendliche Zustand sein wird in dem wir uns befinden werden) ist Angst, kollektive Angst – die lähmt, abschottet und erstarren lässt. Kaum einer hat gelernt wie man seinen Kopf klar und kühl behält wenn um einen herum die Welt die er kannte zusammenbricht. Die meisten von uns lebten vor der Krise in einer Art Blase in der alles vorgefertigt, auf Abruf verfügbar und arrangiert war. Man hatte es sich schön bequem gemacht und darauf gebaut, das wenn man sich nur schön an die Spielregeln hält, man in dieser Art Scheinwelt sicher ist. Die meisten von uns haben nie gelernt sich ihren Ängsten zu stellen, sie zu konfrontieren, auszuhalten oder sie anzunehmen. Leider wurde uns nicht in der Schule beigebracht wie man seine Gedanken und Emotionen beherrschen kann. 

Angst oder Ängste sind Gedanken die entsprechende Emotionen hervorrufen.

Angst kann uns lähmen oder in die Bewegung bringen. Angst bleibt so lange bis man sich hinsetzt und sie ansieht. Diesen Hinsetzen erfordert Mut! Denn denn es ist eine Reise nach innen, an die dunkelsten Orte, geradewegs zu dem was sich gruselig und unangenehm anfühlt, eben zu dem was uns Angst macht. Angst verschwindet nicht wenn man sich ablenkt, sie zu verdrängen oder weg-meditieren versucht. Angst löst sich nur und entfaltet die in ihr angestaute, blockierte Energie nur, wenn man sich ihr liebevoll zuwendet. Nur im direkten Blick auf deine Angst löst sie sich wirklich auf und offenbart die ihr Geschenk an dich.

Wir alle dürfen jetzt diese Arbeit tun! Wenn dich die Angst nicht mehr kontrollieren und steuern kann, bist du frei zu wählen wie du mit der Situation, dir und anderen umgehen willst. 

Sei mutig, schau dir an was Corona mit dir macht

Es liegt nun an jedem von uns selbst zu entscheiden wie er mit dieser Zeit und deren Einschränkungen umgehen will oder kann. Dies müssen wir Tag für Tag aufs Neue, ja vielleicht sogar von Moment zu Moment tun. Solange bis wir uns durch unsere Ängste und den damit einhergehenden Polaritäten hindurchgearbeitet (hindurchgefühlt) haben und es uns möglich ist uns mit unseren eigenen Wurzeln in uns selbst zu verankern.

Auf der persönlichen Ebene könnte man sagen, das es nun darauf ankommt, unsere inneren Resourcen und unsere Fähigkeit zur Selbstberuhigung und Heilung zu hegen und zu pflegen.

Auf der kollektiven Ebene, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass es weitere Herausforderungen geben wird. Wir müssen darauf vertrauen das wir zu diesen neuen Herausforderungen und Problemen neue Lösungen finden werden.

Dies können wir nur in Ruhe und ohne das die Angst uns regiert.

Worauf es jetzt ankommt

Diese Erfahrung, unser jetziges Sein in dieser Zeit, mit diesen neuen Anforderungen, in dieser Transformation des Alten wie wir es kennen, erfordert „Vertrauen“. Es erfordert von uns eine sanfte und mitfühlende Energie aufzubringen während noch eine Menge Angst, Wunden und Schatten aufgewirbelt sind. Wir alle haben diese Wunden und tief sitzende Ängste und wenn wir aufhören herumzurennen, wenn wir nirgendwohin können und keine Aktivitäten haben die uns ablenken, werden wir früher oder später uns selbst treffen müssen. Und dann eben nicht nur unsere geliebten Anteile unserer Selbst, sondern auch die, die wir gerne im Keller lassen.

Aber nur wenn wir keinen Widerstand mehr leisten können sich unsere Herzen öffnen. Und ja, es wird wehtun und ja wir werden es kaum aushalten können alles zu fühlen was wir da sehen. Doch dies ist der Wendepunkt, die Schwitzhütte aus der du danach geklärt, weiser und gereinigt heraustreten darfst. Wir dürfen jetzt lernen uns komplett anzunehmen und uns zu vergeben und uns wirklich anzunehmen. Denn in Wahrheit sind wir bereits bedingungslos geliebt und angenommen.

Nur dadurch gelangen wir in die Gegenwart und nur dadurch erlangen wir die Kraft die wir brauchen um aus dieser globalen evolutionären Krise gestärkter und bewusster als je zuvor herauszutreten. Wir gelangen nur dadurch in die Gegenwart, also in die Präsenz. Wir werden präsent.

Wir befinden uns in dieser Corona Zeit genau im Sturm des Wandels. WIR sind die Veränderung, denn wir sind JETZT und wir haben es in der Hand darüber zu entscheiden wie es die nächsten Jahrzehnte auf unserem Planeten sein wird. Es ist ein großer evolutionärer Schritt den jetzt jeder für sich und doch alle gemeinsam zu tun hat. Wir sitzen alle zur gleichen Zeit in unserer Schwitzhütte. Lasst uns gemeinsam aus ihrer schützenden Dunkelheit heraustreten wenn die Zeit gekommen ist, um mit neuem erfrischtem Bewusstsein für die Veränderungen zu sorgen die unser Planet und unsere Kinder so dringend brauchen.

Dieser Neumond leitet das neue astrologische Jahr ein, im Widder, der das erste Zeichen des Sternzeichen Kreises ist. Alles steht auf Neubeginn! Wir haben die Chance diese kosmischen Energien zu nutzen um einen globalen Neubeginn zu starten. Beginne bei deiner Angst, so dass du nicht mehr fremdgesteuert sein musst und dann komm wieder in die Aktion.

Wenn du Fragen hast, oder gerne lernen würdest wie du dich deinen Ängsten stellen kannst, kontaktiere mich gerne. Bleib gesund!

love & blessings

Photo by Natalia Figueredo on Unsplash

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