Die Welt tantrisch sehen…

Als wir Kinder waren, sahen wir die Welt noch mit tantrischen Augen. Alles gehörte zusammen, alles hatte eine Seele und alles ist ein Er oder eine Sie, alles war beseelt und nichts ist einfach nur ein Es… Bis wir eines Tages „besseren“ belehrt wurden. Dann kamen unsere Mütter und Väter und die Welt und erklärte uns, das wir die Dinge getrennt von einander wahrzunehmen haben, da es nur so richtig ist und man doch einem Käfer oder einem Blatt nicht die eine Persönlichkeit wie zum Beispiel einem Menschen zusprechen könne.

Wir glaubten ihnen.. was sollten wir auch sonst anderes tun? Sie sind schließlich diejenigen die uns ernähren, die wir lieben und auf die wir angewiesen sind. Und mit der Zeit vergessen wir die Einheit in der wir lebten und lernen die Dinge zu trennen, in Dies und Das, er, sie es. Die einheitliche Welt verschwindet immer mehr und zurück bleibt vielleicht noch ein wages Gefühl davon, das wir später wieder bewusster in unseren Beziehungen suchen werden.

Schon immer war die Welt für mich ein Ort, in dem alles miteinander verbunden und verwoben war. Ich sah mich als den Mittelpunkt meines Universums und auch wenn sich das sehr egoistisch anhört, war es trotzdem schon immer auch mit viel Verantwortung für mich verbunden. Die Grenzen waren für mich nur sehr schwer wahrnehmbar und oft eckte ich damit bei anderen Menschen und in den Strukturen der Gesellschaft an. Damals wusste ich noch nicht das der Weg den ich beschreite der des Tantra ist. Aber was ist eigentlich Tantra per Definition? Ich versuche dir hier mal einen Überblick zu geben, wie ich es sehe: 

Tantra heißt übersetzt soviel wie, Gewebe oder etwas lückenlos zusammenhängendes, und stammt aus dem Sanskrit. Tantra hat nicht nur etwas mit Sex zu tun, wie viele hierzulande glauben. Vielmehr lädt es uns ein, den gegenwärtigen Moment langsam zu genießen, damit wir die vielen Noten des Nektar der menschlichen Erfahrungen schmecken können. Gemeint sind also alle menschlichen Erfahrungen, über alle Sinne, von innen heraus. Man könnte also fast sagen, das unser ganzes Leben Tantra oder tantrisch ist. Die Bewusstheit dafür zu entwickeln in diesen tantrischen Erfahrungen Glückseligkeit und Harmonie zu sehen, das ist wohl der Weg des Tantrikers/Tantrikerin. Wenn wir die Welt als Einheit betrachten, als mit uns verbundenes Wesen dann erfahren wir das Tantra auch die Verschmelzung von Gegensätzen ist: hell und dunkel, weibliche und männlich, Sonne und Mond, Himmel und Erde. Dadurch erlebt der/die Tantrika das Leben in Harmonie innerhalb und außerhalb. 

Das Leben wird dann ganz automatisch zu einer großartigen, fantastischen Erfahrung. Jede Erfahrung, jede Emotion und jedes Gefühl wird als wertvoll und bereichernd erachtet, denn sie sind das Material des Lebens und damit unendlich kostbar. Es geht ganz leicht indem du dich für die Schönheit im Außen öffnest, es als Teil deiner Selbst betrachtest und dein Auge auf die Untrennbarkeit und die Zusammengehörigkeit von allem was ist richtest, anstatt auf die vermeintlichen Aufhebungen, Trennungen, oder Distanzen.

Das besondere im Vergleich zu anderen Weltanschauungen ist das Tantra sich von allen anderen Traditionen unterscheidet, weil es den ganzen Menschen mit all seinen weltlichen Wünschen berücksichtigt.

Andere spirituelle Traditionen lehren gewöhnlich, dass sich das Verlangen nach materiellen Freuden und spirituellen Bestrebungen gegenseitig ausschließen und die Voraussetzungen für einen endlosen inneren Kampf schaffen.

Obwohl die meisten Menschen zu spirituellen Überzeugungen und Praktiken hingezogen sind, haben sie einen natürlichen Drang, ihre Wünsche zu erfüllen. Ohne die Möglichkeit, diese beiden Impulse miteinander in Einklang zu bringen, werden sie schuldig, verurteilen sich selbst oder werden heuchlerisch. Tantra bietet einen alternativen Weg. Die tantrische Einstellung zum Leben vermeidet diese Falle.

Dieser Weg ist systematisch und umfassend. Die tiefgreifenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Praktiken in Bezug auf Hatha Yoga, Pranayama, Mudras, Rituale, Kundalini Yoga, Nada Yoga, Mantra, Mandala, Visualisierung von Gottheiten, Alchemie, Ayurveda, Astrologie und Hunderten von esoterischen Praktiken zur Erzeugung von weltlichem und spirituellem Wohlstand fügen sich perfekt ineinander die tantrischen Disziplinen.

 

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