Selbstliebe lernen durch Enttäuschung

„Vergib denen, die nicht wussten, wie man dich liebt. Sie haben dir beigebracht, wie man sich selbst liebt. “ ~ Ryan Elliot

Was wäre, wenn Ablehnung, Verlassenwerden, Missbrauch, Vernachlässigung oder Gleichgültigkeit nicht bedeuten, dass Du die Liebe nicht verdient hast?

Was wäre, wenn wir diese Erfahrungen neu formulieren würden und anfangen würden zu  verstehen, dass dies nur Erfahrungen sind, die uns einladen, zu lernen, wie wir uns selbst lieben sollen.

Ob es nun unsere Eltern oder ein Liebhaber waren, sicher ist, dass sie das Beste getan haben, was sie zu dem Zeitpunkt tun konnten.

Ihre Unfähigkeit, dich zu lieben, war nur ein Spiegelbild ihrer eigenen Unfähigkeit, sich selbst zu lieben. Wir können einen anderen nur so sehr lieben, wie wir uns selbst lieben. Liebe zu suchen bei jemandem der verwundet ist und dessen Herz verschlossen ist, ist als wolle man seinen Durst mit einer Hand voll Schnee löschen. Wir können übermäßig viel Zeit und Energie in eine Beziehung investieren, um etwas vom anderen zu fordern, das er/sie einfach nicht geben kann.

Die Gesellschaft in der wir leben

Die Norm in unserer Gesellschaft scheint zu sein, dass sich die meisten Menschen nur mit den Krümeln auf dem Boden vom Büffet potenzieller Liebe zufrieden geben. Unsere Gesellschaft ist voll von Süchten wie Geschäftigkeit, Einkaufen, Unterhaltung, sozialen Medien, Essen, Bewegung, Pornografie, Glücksspiel und Drogen, sowohl legal als auch illegal. Dies sind alles Anästhetika, die unser wahres Gefühl der Trennung und der Isolation betäuben. Das Ergebnis davon ist, dass wir nicht mehr wissen, wo oder wie wir wirklich auf die Erfahrung der Liebe zugreifen können.

Die Gesellschaft bringt uns bei, dass andere dafür verantwortlich sind, uns zu vervollständigen und uns das Gefühl zu geben, geliebt und liebenswert zu sein. Das ist falsch, denn wenn du wie ich einen eher traumatischeren Start ins Leben hattest, wird deine erste Schlussfolgerung sein, dass du wohl keine Liebe verdienst, denn sonst würdest du dich doch wohl geliebt fühlen. Diese Schlussfolgerung speichern wir ab, so dass wir unbewusst weitere ähnliche Erfahrungen anziehen, die diese falsche Schlussfolgerung bestätigen.

In meiner Geschichte entschied ich mich, nachdem ich aus dem Nest geflogen war für einen Lebensstil, der mir ein Maximum an Freiheit gewährte. Einen bei dem ich mich weitestgehend vor Verantwortung anderen und auch mir selbst gegenüber drücken konnte. Allmählich lernte ich durch Schmerzen und Krankheit, dass die Entscheidungen, die ich traf,  nicht gerade förderlich waren um das Leben wirklich genießen zu können. Ich musste lernen, mich bewusst von Dingen zu entfernen, die mich leiden ließen und mich Dingen zuzuwenden, die mir mehr Freude und Frieden brachten.

Aber wenn wir in einem zarten Alter ein Trauma erlebt haben, kann die Programmierung tief gehen und ist bis man aufwacht leider schon fest in unserem Gehirn und unbewussten Glaubenssystemen verankert.

Als Erwachsene, die sich von einem Kindheitstrauma erholen, werden wir Partner auswählen, die uns auch nicht so lieben können, wie es unser verwundetes inneres Kind gern möchte. Und so erkannte ich nach einer Reihe frustrierender, unbefriedigender Beziehungen das das was ich suchte nicht äußerlich war, sondern in mir.

Ich folgte dem Lauf der Welt, stieß aber immer wieder auf Schmerz, Versagen und erneut ausgelöstes Trauma. Wenn ich nicht lernen würde, mich selbst zu lieben, würde ich niemals jemanden anziehen können, der mich lieben könnte, weil das Programm in mir noch aktiv war.

Aber ich weiß von Natur aus, dass alles, was in meinem Leben passiert, meinem höchsten Wohl dient. Nicht aus einer kurzfristigen egoistischen Perspektive, sondern aus dem höheren und größeren Bild der Entwicklung meiner Seele. Wir kamen von jenseits des Schleiers der Form aus der Einheit hierher. Wir sind Funken des Göttlichen, die hierher gekommen sind, um Dualität und Trennung zu erfahren, damit wir Einheit und das Einssein durch Kontrast erkennen können.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Manchmal wissen wir jedoch nicht, wo wir nach der offenen Tür suchen sollen, weil wir zu beschäftigt sind, gegen die Tür zu klopfen, die für uns geschlossen ist.

Die Welt lehrt uns, ständig nach externer Bestätigung zu suchen und diese zu suchen, indem wir dem Erfolg nachjagen, Menschen gefallen wollen und „nett“ sind. Dies ist jedoch anstrengend und weil es ein schlechter Ersatz für eine echte Liebeserfahrung ist, fühlen wir uns letztendlich enttäuscht , müde und oft krank.

Wirkliche Veränderung ist immer ein Inside-Job! Ich habe das schon lange gewusst, aber ich habe es immer wieder vergessen, weil es manchmal zu schmerzhaft schien, das Trauma, das immer noch in mir lag, erneut zu betrachten, zu transformieren und zu heilen. Und die Stimme der Welt, die Frieden und Liebe durch die nächste Beziehung oder die nächste berufliche Veränderung oder Heilmethode versprach, war manchmal ohrenbetäubend laut und ich wurde abgelenkt von der Verlockung und Sucht nach der Suche nach externer Validierung.

Aber irgendwann wurde die Erkenntnis, dass ich wirklich lernen musste, mich selbst zu lieben, die Mutter und der Vater zu sein, die ich mir gewünscht hätte, stark und stabil genug, dass ich weiter nach innen schauen konnte und mich nicht mehr in der Hoffnung verlieren konnte, dass jemand oder etwas anderes da draußen mich vervollständigen würde. 

Jetzt entscheide ich mich zu glauben, dass jede geschlossene Tür, jede Ablehnung, jede „gescheiterte“ Beziehung nur eine Einladung war, mich selbst zu lieben – weil ich zuvor in die falsche Richtung geschaut hatte.

„Die Tür zu meinem Herzen öffnet sich nach innen“, erinnert uns Louise Hay. Wenn sich das nächste Mal eine Tür schließt, ist es vielleicht ratsam, sich zu sammeln und sich umzusehen, ob eine andere Tür sichtbar ist – eine, die sich nach innen öffnet.

Blessings & Love

Mandy Kosha

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